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Bewerbung

Lebenslauf: die Spalte, die fast immer fehlt

Ein Lebenslauf nennt Zeiträume, Titel und Arbeitgeber – und verschweigt meistens, wie viele Stunden dahinterstecken. Was das anrichtet und wie man es besser macht.

5 Min. Lesezeit von Steven Schulz

Ein Lebenslauf wird nicht gelesen, sondern abgesucht. In der ersten Runde sucht jemand nach vier Dingen: einer passenden Tätigkeit, genügend Jahren davon, einem nachvollziehbaren Verlauf und einem Eintrittstermin. Alles, was diese Suche verlangsamt, schadet – und alles, was sie unbeantwortet lässt, erzeugt eine Rückfrage, für die im ersten Durchgang keine Zeit ist.

Eine dieser unbeantworteten Fragen steht in fast jedem Lebenslauf: Wie viel Arbeit steckt eigentlich hinter den genannten Jahren?

Der Umfang gehört zu jeder Station

Die übliche Zeile nennt Zeitraum, Position, Arbeitgeber und Ort. Sie nennt nicht, ob dahinter zwanzig oder vierzig Wochenstunden stehen. Für vier von fünf Lebensläufen mag das gleichgültig sein, weil Vollzeit unterstellt wird. Sobald aber eine einzige Station davon abweicht, wird aus der Auslassung ein Fehler – die eigene Erfahrung wird dann entweder überschätzt und im Gespräch korrigiert, oder sie wird unterstellt und stillschweigend abgewertet.

Schreiben Sie den Umfang deshalb dazu, und zwar in die Kopfzeile der Station, nicht in eine Fußnote:

  • 03/2021 – 08/2024, Sachbearbeitung Einkauf, Muster GmbH, Kassel (30 Std./Woche)
  • 09/2018 – 02/2021, Sachbearbeitung Einkauf, Muster GmbH, Kassel (Vollzeit)

Zwei Zeilen statt einer, und die gesamte Frage ist erledigt. Wechselt der Umfang innerhalb derselben Stelle, ist das ohnehin die saubere Darstellung: Es zeigt, dass der Betrieb Sie behalten wollte, als sich Ihre Lage änderte.

Warum die Teilzeit dort hingehört

Der häufigste Rat lautet, die reduzierte Stundenzahl lieber wegzulassen, damit sie nicht schadet. Das ist aus drei Gründen schlechter Rat.

Erstens fällt es auf. Spätestens beim Zeugnis, bei der Rentenauskunft oder im Gespräch über den Eintritt kommt der Umfang zur Sprache, und dann sieht das Weglassen aus wie ein Versuch.

Zweitens verzerrt es Ihre eigenen Zahlen. Wer ein Monatsgehalt aus einer Dreißigstundenwoche nennt, ohne diese Woche zu nennen, gibt eine Zahl an, die zu niedrig wirkt. Die Umrechnung auf den Vollzeitwert ist in der Verhandlung die halbe Miete – siehe Gehalt verhandeln.

Drittens sucht ein Teil der Betriebe diese Angabe aktiv. Wer eine Stelle mit reduzierten Stunden zu besetzen hat, achtet darauf, ob jemand damit Erfahrung hat – mit der Dichte, mit der Abgrenzung, mit Vertretungsregelungen.

Eine Warnung gehört dazu: Falsche Angaben im Lebenslauf können den Arbeitsvertrag anfechtbar machen und eine Kündigung nach sich ziehen. Eine erklärte reduzierte Stundenzahl kann das nicht.

Reihenfolge und Blöcke

Erwartet wird die umgekehrt chronologische Ordnung: das Aktuelle oben. So werden die Tätigkeiten sortiert, so die Ausbildung, so die Weiterbildungen.

Welcher Block oben steht, richtet sich nach der Stelle. Bei Berufserfahrenen die Tätigkeiten, bei Einsteigerinnen die Ausbildung. In den Kopf gehören Name, Anschrift, Telefonnummer und eine E-Mail-Adresse aus Vor- und Nachnamen.

Nicht hinein gehören Familienstand, Zahl der Kinder, Konfession, Gesundheitsangaben und Namen von Vorgesetzten. Ein Foto ist verbreitet, aber freiwillig; ein Betrieb darf es ohne sachlichen Grund nicht verlangen, weil das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz Benachteiligungen unter anderem wegen Alter, Geschlecht und Herkunft untersagt (Stand 2026). Wer sein Anschreiben und seinen Lebenslauf aufeinander abstimmt, spart sich außerdem Wiederholungen – wie das geht, steht in Anschreiben schreiben.

Aufgaben: Größenordnung statt Zuständigkeit

Unter jeder Station stehen zwei bis vier Zeilen. Der Fehler dort ist immer derselbe: Zuständigkeiten ohne Maßstab. Wer "Verantwortung für den Wareneingang" schreibt, hat nichts gesagt; wer die Zahl der Lieferungen, der Standorte oder der betreuten Artikel nennt, hat etwas gesagt.

Bei reduzierter Stundenzahl ist dieser Maßstab noch wichtiger, weil er die einzige Größe ist, die unabhängig von der Anwesenheit funktioniert. Ein Betreuungsschlüssel, eine Zahl von Vorgängen je Woche, eine Teamgröße – das sind Angaben, an denen niemand mehr abliest, wie viele Stunden dafür aufgewendet wurden.

Und sortieren Sie die Zeilen nach dem Ziel. Ein Elektroniker, der in den Anlagenbau möchte, hebt andere Arbeiten hervor als jemand, der sich auf Gebäudetechnik bewirbt – bei gleichem Werdegang.

Unterbrechungen eintragen

Eine Lücke im Lebenslauf ist fast nie eine Lücke im Leben. Sie entsteht dadurch, dass etwas nicht aufgeschrieben wurde.

Tragen Sie also ein, was war: Elternzeit, Pflege eines Angehörigen, Umschulung, Weiterbildung, Arbeitsuche, ein längerer Aufenthalt im Ausland, eine selbstständige Tätigkeit, eine gesundheitlich bedingte Unterbrechung. Ein Halbsatz genügt; eine Rechtfertigung macht aus einer Nebensache ein Thema.

Zwei Techniken helfen. Erstens Monatsangaben statt Tagesdaten – zwischen einem Austritt Ende März und einem Eintritt Anfang Mai entsteht so keine sichtbare Leerstelle. Zweitens der Hinweis, wenn eine Phase nicht leer war, sondern nur schmaler: Wer während der Elternzeit in reduziertem Umfang weitergearbeitet hat, trägt genau das ein, mit Stundenzahl. Aus einer vermeintlichen Pause wird damit eine Station.

Wenn die Unterbrechung ein Wechsel des Feldes war, ist das ein eigenes Thema: Quereinstieg.

Kenntnisse, Sprachen, Sterne

Sprachen gehören mit der Stufe des europäischen Referenzrahmens hinein, von A1 bis C2, und mit der Prüfung, falls es eine gibt. Selbsteinschätzungen wie "verhandlungssicher" sind schwer zu vergleichen.

Balken und Sterne bei fachlichen Kenntnissen bringen nichts. Aus vier gefüllten Punkten von fünf geht nicht hervor, ob Sie ein System bedienen, einrichten oder verwalten. Unterscheiden Sie stattdessen zwischen täglicher Anwendung und Grundkenntnissen.

Länge, Form, Datei

Eine Seite beim Einstieg, zwei nach einigen Jahren, drei nur bei einer langen Laufbahn. Weit Zurückliegendes darf zusammengefasst werden, die Schulzeit schrumpft auf den höchsten Abschluss.

Als Datei ein PDF, dessen Text durchsuchbar ist. Viele Häuser lassen Unterlagen zuerst von einem Bewerbermanagementsystem erfassen; eine eingescannte Grafik enthält für diese Programme keinerlei Inhalt. Aus demselben Grund gehört die Stundenzahl als Text in die Zeile und nicht in eine Grafik am Seitenrand.

Die letzte Runde vor dem Absenden

Lesen Sie das Dokument einmal so, als hätten Sie es nie gesehen. Bleiben danach die Fragen offen, welche Arbeit diese Person beherrscht, in welchem Umfang sie zur Verfügung steht und worauf sie hinauswill, fehlt noch etwas.

Gehen Sie danach die Ausschreibung Zeile für Zeile durch und haken Sie jede geforderte Angabe ab. Über diesen Teil des Verfahrens entscheiden allein Sie. Wonach sich die Anzeigen dieses Portals gliedern, zeigt die Übersicht aller Arbeitszeitmodelle; der größte Bereich sind die Teilzeitstellen.

Wenden Sie das direkt an: Im Stellenmarkt stehen Anzeigen aus ganz Deutschland, und zu jedem Beruf finden Sie die Aufgaben und die üblichen Gehälter daneben.

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